Poetry of Fleisch
Montag, 16. August 2010, 19:54
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Das Fleisch lag schlaff darnieder.

Du, als du mir damals mit stechendem Schritt entgegentratst, wie ein Soldat so stramm und doch so weich. In Deinen blauen Augen funkelte etwas, so als ob du einen Scherz im Halfter Deiner weiblichen Waffen trügest. Nicht ich selbst war das Ziel Deiner Begierde, sondern der Traum den du dahinter wähntest.  Das Fleisch zuckte unmerklich, als du dich das erste Mal zu mir hinüberbeugtest, rein zufällig, ohne jegliche Intention. All mein Wissen kramte ich nun aus den Tiefen meiner Fleischlappen hervor um Dir, oh Frau, Herr zu werden. Zur Strecke wollte ich Dich bringen, doch du lachtest nur in mein fleischiges Gesicht. Wie eine Biene um den Stempel, so schwirrtest du um mein lechzend Fleisch herum. Neckend, lächelnd, fordernd, greifbar nah, unendlich weit. Das Spiel gefiel, der Wein er floss. Die Hemmung lahmte. Irgendwann fand ich mich in deinen Lippen wieder. Süsslich. Jung. Geschmack wie junger grüner Apfel. Geruch wie frischgemähtes Gras. Und auch Dein Fleisch ward endlich schwach. Wohlig. Warm. Zuhaus. Nach langem Streunen und des nachts gefangen in Höhlen der Vergessenheit. Die Fesseln der Lethargie sprengend mach ich mich nun wieder auf zu neuen Ufern. Mit Dir zu zwein und doch auf meinen Pfaden. So geht das Fleisch verjüngt den neuen Weg. Dank Dir, du feinstes aller feinstofflichen Wesen. Den Blick nach vorn, seh ich urbar Land.

Und das Fleisch ist wieder straff und stark.


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